Workshops

Um intensiv auf bestimmte Themenfelder blicken zu können, besteht die Möglichkeit, sich in eine von fünf Arbeitsgruppen einzuwählen, für deren Leitung renommierte und motivierte Akademiker gewonnen werden konnten. Jede Arbeitsgruppe ist ausdrücklich für Teilnehmer aller Disziplinen geeignet und offen - die in Kürze online zur Verfügung gestellten Literaturhinweise werden bei der Vorbereitung nützlich sein. Damit die jeweilige Arbeitsgruppe auch inhaltlich mitgestaltet werden kann, besteht die Möglichkeit, dass Sie im Vorfeld Ihre Erwartungen und Wünsche an die Tagungsorganisatoren weiterleiten, die dann gebündelt an die jeweiligen Leiter der Arbeitsgruppen übermittelt werden. Am letzten Veranstaltungstag tauschen die Gruppen ihre Ergebnisse bzw. noch offenen Fragestellungen untereinander aus.

 

 

 

Workshop 1: „Ausgewählte Staatstheorien der Antike und Moderne im  
Vergleich“

 

Leitung:   

Prof. Dr. Arbogast Schmitt, Institut für Klassische Philologie (Gräzistik) der Philipps-Universität Marburg

Prof. Dr. Bernd Ludwig, Philosophisches Seminar der Georg-August-Universität Göttingen

 

Grundannahme dieser Arbeitsgruppe ist, dass menschliches Denken und gesellschaftliches Zusammenleben stets von antiken Vorstellungen beeinflusst worden waren und noch immer werden. Der Begriff „Moderne“ umfasst hier die Zeit von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Die Gruppe kann wählen, ob sie sich zuerst antiken Staatstheorien widmet und deren Spuren anschließend in der Moderne sucht, oder ob sie zunächst die Staatstheorien der Moderne betrachtet und dann prüft, welche modernen Ideen bis in die Antike zurück reichen. Begleitende Frage sollte sein, was uns Menschen veranlasst hat, nur bestimmte Staatsformen zu wählen oder zu erhalten.

 

 

Workshop 2: „Ist Global Governance die Antwort auf globale Probleme?“

  

Leitung:  

Dr. Peter Walter, derzeit Inhaber der Vertretungsprofessur für

Internationale Beziehungen am Institut für Politikwissenschaften der

Philipps-Universität Marburg

  

Weiter gefragt: Müsste nicht die logische Weiterentwicklung der politischen Strukturen in Zeiten von Globalisierung und globalen Problemen zu einer Global Governance führen? Neben dem Konzept einer solchen Global Governance soll sich die Arbeitsgruppe mit der Globalisierung und den heutigen globalen Schlüsselproblemen auseinander setzen und klären, welche Auswirkungen diese über kurz oder lang auf gesellschaftliche und eben politische Strukturen haben könnten.  

 

Workshop 3: „Utopie und Dystopie: Menschliches Zusammenleben in der Literatur“

 

 Leitung:

Prof. Dr. Sonja Fielitz, Professorin für englische Literaturwissenschaft

an der Philipps-Universität Marburg

Dr. Uwe Meyer, Mitarbeiter am Lehrstuhl für britische Kultur der Otto-

Friedrich-Universität Bamberg

 

Wahrscheinlich haben sich die meisten von uns schon einmal die Konzeption einer Idealwelt erträumt. Wahrscheinlich haben aber auch die meisten von uns schon einmal ein Zukunftsbild entworfen, welches wir für wahrscheinlicher halten als unsere Idealwelt – eine Mischform aus positiven und negativen Zukunftsbildern, geleitet durch die Annahme „wenn…, dann…“. Die Literatur hat Utopien und Dystopien wie z. B. „Utopia“ und „1984“ hervorgebracht und damit versucht, eine fiktive Zukunft zu konstruieren. Die Arbeitsgruppe möchte danach fragen, unter welchen Umständen solche Konzeptionen entstanden sind, wie sie aufgebaut sind, und ob sie zumindest teilweise realisiert vorgefunden werden können. Jeder Gruppenteilnehmer ist gefragt, wie er selbst zu den besprochenen Utopien und Dystopien steht.

 

 

Workshop 4: „Globalisierung und Demokratie – Herausforderungen für die politische Bildung“

 

Leitung:      

Dipl. Päd. Sophie Schmitt M.A., Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Didaktik

der Politischen Bildung der Philipps-Universität Marburg

Holger Oppenhäuser M.A., Lehrbeauftragter am Institut für Politik-

wissenschaft der Philipps-Universität Marburg, zudem Mitarbeiter im

attac Bundesbüro

  

Das Verhältnis von neoliberaler Globalisierung und Demokratie scheint paradox. Einerseits gibt es heute in mehr Staaten als je zuvor demokratische Wahlverfahren. Andererseits werden politische Entscheidungen zunehmend in demokratisch wenig legitimierten supranationalen Gremien getroffen und politische Willensbildungsprozesse werden von Lobby- und Expertengruppen sowie Umfrage- und PR-Agenturen (nach dem Vorbild der Marktforschung) beeinflusst. Begleitet wird dies von einem Ansehensverlust der Politik und einem Rückgang der Wahlbeteiligung. So wird bereits von Tendenzen zur ‘Postdemokratie’ (Crouch) gesprochen und vor einem ‘autoritären Kapitalismus’ gewarnt, der ‘Demokratieentleerung’ zur Folge habe (Heitmeyer). In der Arbeitsgruppe geht es darum, welche Möglichkeiten sich vor diesem Hintergrund für eine kritische politische Bildung ergeben, die zu einer Verankerung der Demokratie in der Gesellschaft beitragen möchte. Welche Anforderungen sind an demokratie- und menschenrechts-pädagogische Konzepte angesichts der Verbreitung formaldemokratischer Verfahren einerseits und Demokratieentleerung andererseits zu stellen? Wie werden wirtschaftliche Verhältnisse in den bestehenden Konzepten einbezogen, beziehungsweise wie wären sie gegebenenfalls darum zu erweitern?

 

 

Workshop 5: „Grundrechte als Bausteine einer Gesellschaftsordnung“

 

Leitung:

Prof. Dr. Lothar Michael, Professor für öffentliches Recht an der

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf      

Dr. Julian Krüper, Akademischer Rat am Lehrstuhl für öffentliches

Recht, Rechtstheorie und Rechtssoziologie der Heinrich-Heine-

Universität Düsseldorf (Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. Martin Morlok)

 

Ist die Zeit für eine neue oder revidierte deutsche Verfassung gekommen? Art. 146 GG sieht ausdrücklich vor, dass das Grundgesetz außer Kraft tritt, wenn „eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volk in freier Entscheidung beschlossen worden ist“. Ziel der Arbeitsgruppe soll sein, erste inhaltliche Wünsche an den Grundrechtskatalog solch einer möglichen neuen Verfassung zu formulieren. Dabei können neben den geltenden Art. 1-19 GG auch neuere Verfassungen anderer Länder sowie die Europäische Menschenrechtskonvention und die Grundrechtecharta der Europäischen Union zu Rate gezogen werden. Die Ideen zur Formulierung eines neuen deutschen Grundrechtskatalogs sollen in einem Planspiel vorgestellt, diskutiert und zur Abstimmung gestellt werden.